
Siem Reap ist ein nettes, kleines, relativ sauberes und ruhiges Städtchen. Habe ich so nicht erwartet. Man merkt, dass die Stadt auf dem “aufsteigenden Ast” ist, man steckt eine Menge Geld in Straßen und sonstige Infrastruktur. Kein Wunder, Angkor Wat und die nahen anderen Tempelanlagen ziehen eine steigende Zahl internationaler Touristen an, die viel Geld bringen. Dass nun allerdings auch auf dem historischen Grund selbst, also nahe der Tempel, ein großes Hotel gebaut werden soll, kann man durchaus zwiespältig betrachten. Noch hat der große Run nicht eingesetzt, noch haben Stadt und Anlagen einen gewissen ursprünglichen Charme, soweit das möglich ist. Man sollte alledem sicherlich bald einen Besuch abstatten, wer weiß, wie es in zehn Jahren aussieht…

Also die Infrastruktur stimmt, vorbei die Zeiten, in denen man sein Geld noch cash mitführen musste… Geldautomaten gibt’s zur Genüge. Internetcafes, Supermärkte, Shops, Boutiquen, Massagen usw.

Die Anreise gestaltet sich aus Phnom Penh unkompliziert, Reisebusse (buchbar in jedem Travel Office) fahren für etwa 4 USD in 5 h diese Strecke. Man kann auch fliegen, die Stadt besitzt einen internationalen Airport, es gibt Flüge nicht nur nach/von PNH, man kann auch von Bangkok oder Phuket z.B. fliegen, oder wie ich nach Saigon (Ho Chi Minh City).

Ein Besuch der Tempelanlagen von Angkor War ist natürlich Pflicht. Eigentlich ist Angkor Wat nur einer von vielen Tempeln der Anlage, die sprachgebräuchlich gemeint ist, wenn man diesen Namen nennt. Die Tempel sind wirklich faszinierend, und jeder, der Siem Reap besucht, sollte sich zumindest einige von ihnen anschauen. Die Anlagen sind um das Jahr 1000 unserer Zeitrechnung entstanden, und zu einer Zeit, als in Paris etwa 50.000 Menschen gewohnt haben, lebten hier schon eine Million!

Ein Tagesticket kostet 20 USD, es gibt auch Mehrtageskarten, die im Verhältnis etwas günstiger sind. Man kann es über das Hotel z.B. arrangieren und buchen, man wird dann früh morgens abgeholt und durch die Tempel geschleust. Ich habe es lieber individuell gemacht, d.h. ich habe mich von meinem Fahrer bringen lassen, das machte mich unabhängig von irgendwelchem Gruppenzwang oder Fahrplänen. Der Fahrer hat dann vor dem Tempel gewartet während ich durchgestiefelt bin… die Führer, die sich mancherorts übrigens anbieten, lohnen. Sie zeigen einem interessante Stellen, an denen man sonst zweifellos vorbei marschiert wäre.

Besonders beeindruckend fand ich die großen Steingesichter und die Symbiosen zwischen Gebäuden und Pflanzen, die mancherorts eingegangen wurden. Manchmal fragt man sich, hält das Gebäude den Baum, der auf ihm steht, oder halten die Baumwurzeln das Gebäude zusammen…
Bettelnde Kinder trifft man vor allem an den kleineren Anlagen, die einem irgendeinen Krimskrams in die Hand drücken und dafür mit ausgestreckter Hand “One Dollar” verlangen, Einheitspreis. Auch die Mönche (weibliche sind auch darunter), die in den Tempeln zu wohnen scheinen, geben nur zu gern ihren Segen und erwarten dafür einen kleinen Obolus.

Floating Village: Ein weiteres Highlight meines Siem Reap Trips bestand aus einem Ausflug auf den Tonle Sap See. Mit meinem Motorbiketaxi vorbei am Tonle Sap River, der auch gemächlich durch Siem Reap fließt, und später weiten Fluss-, Seen- und Reisfeldlandschaften hin zum Floating Village (etwa 30 min). Es ist spät im Jahr, der See ist voll und Gebiete, die 6 Monate vorher noch absolut trocken lagen, sind bis zu den Baum- und Buschkronen überflutet. Später, wenn das Wasser wieder langsam in den Mekong abfließt, werden die Leute weiterziehen – auf den See bzw. zu seinen neuen Ufern. Die Menschen sind nicht reich, aber sehr freundlich und sie wirken zufrieden. Man bekommt überall “zurückgelächelt”… Und das ist immer eine gute Erfahrung.

Für unsere Augen ungewöhnliche Anblicke: Alles spielt sich an und auf dem Wasser ab – die Kirche ist ein Boot, ebenfalls die Schule und die Sporthalle. Die Häuser stehen auf Stelzen oder schwimmen auf irgendwelchen Fässern. Einige Krokodile werden mir an einer der Touri- Anlegestellen vorgeführt. Eigentlich sind es schwimmende Restaurants mit Souvenirverkauf. Der Halt lohnt aber, die Aussicht vom 2. Stock hat einiges zu bieten. Auf dem Rückweg besuchen wir die Familie meines Motorbike Drivers, der direkt von hier stammt. Sein Vater ist Fischer und begrüßt mich sehr freundlich.

Irgendwas gibt es gerade zu feiern, offenbar bereitet man sich auf eine Prozession o.ä. vor, und es gibt einen kleinen Jahrmarkt, sehr zur Freude der Kinder. Mein Ticket (20 USD) habe ich schon auf halbem Weg kaufen müssen, das Eintrittsgeld sozusagen. Außerdem beinhaltet dieser Preis die Bootsfahrt raus auf den See. Es ist sehr interessant. Wir legen direkt am Dorf ab, ich habe mit meinem Driver und dem Bootsführer das Boot ganz für mich alleine (zum Glück ist es überdacht, denn die Sonne knallt brutal).
Auch das Boot nach Phnom Penh geht hier ab bzw. kommt an.

Eine Puffstraße, wenn man es denn so nennen kann, ist die TAPHUL ROAD, dort gibt es einige Massagen und kleine Puffs. Man achte auf das Schild “Massage”, die sind alle mehr oder weniger so getarnt. Ich hatte einige nette Shorttimes für 15 Dollar dort, größtenteils mit Vietnamesinnen. Low Budget, das ist Kambodscha. Man erwarte als Einrichtung in den Zimmern nicht viel mehr als ein Bett mit mehr oder weniger benutzen Auflagen und eine kleine Dusche.

Martini Pub: ja, nicht nur in Phnom Penh gibt es eine Disse mit diesem Namen. Es ist ein durchaus guter Jagdgrund, wenn dieser auch mit dem Spitzenangebot in PNH nicht wirklich mithalten kann. Probiert’s aus! Kennt natürlich jeder Taxler. Bin hier einige Male fündig geworden…

Zanzybar Pub:

Gleich beim Nachtmarkt, oder auch “Old Market” genannt (s.u.). Dort gibt es, wenn die anderen Läden alle schon geschlossen sind, noch einen Absacker bis zum Morgengrauen. Und einige Mädels, die entweder viel Geld verdient haben und das ausgeben wollen, oder keins verdient haben und das nun gerne nachholen würden, finden sich hier auch. Na bitte, wer sagt’s denn. Bin manchmal mit meiner Schönen der Nacht noch dort eingefallen oder hab noch was aufgerissen, bzw. mich aufreißen lassen.

Vorsicht, dort treiben auch einige Khmer Ladyboys ihr Unwesen…

Den ausführlichen Nightlife Reiseführer auch für Siem Reap findet Ihr hier.
